Mosambik: Die dritte Katastrophe in einem Jahr

30 Millionen MosambikanerInnen befürchten schlimme Auswirkungen der Corona-Krise. Menschen mit Behinderungen sind dabei besonders gefährdet.
Kinder im Umsiedlungslager (c) Light for the World

Die beiden Tropenstürme 2019 haben tausende Menschen das Leben gekostet und Zehntausende sind seitdem obdachlos. Anfang 2020 folgten darauf noch schlimme Überschwemmungen im Bezirk Búzi. Und zu diesen sowieso schon sehr schwierigen Umständen kommt jetzt noch das Coronavirus dazu. Für das bereits geschwächte Land mit seinen rund 30 Millionen Einwohnern kann das verehrende Folgen haben.

 Ohne sauberes Wasser keine Hygiene

„Bleiben Sie sicher - die Hände sauber halten!“ ist die Hauptbotschaft und der Ratschlag der mosambikanischen Regierung, um die rasche Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern. Aber wie kann dies in Gegenden funktionieren, die kaum Trinkwasser haben? Tausende von ihnen wurden durch die Zyklone obdachlos und leben nun in Zeltlagern ohne sauberes Wasser oder Desinfektionsmittel. „Die COVID-19-Epidemie kann sich zu einer unvorstellbaren Katastrophe in Mosambik auswachsen“, warnt der verantwortliche Programmleiter von LICHT FÜR DIE WELT Klaus Minihuber.

Ausnahmezustand & Lockdown in Mosambik

Die Regierung hat den ganzen Monat April zum Ausnahmezustand erklärt und Quarantänemaßnahmen für alle positiv Getesteten beschlossen. Soziale Aktivitäten sind großteils verboten, Schulen und Universitäten geschlossen. Märkte haben begrenzte Öffnungszeiten, Besuche in Spitälern sind beschränkt. Alle ÄrztInnen und das medizinische Personal werden zum Zivilschutz eingezogen. 

Bisher wurden lediglich einige hundert Personen getestet, da dies nur in der Hauptstadt Maputo möglich ist. Alle Proben müssen dorthin geschickt werden. Deswegen sind die Zahlen kaum aussagekräftig.

Die lokalen Behörden bitten Partnerorganisationen im Land um Unterstützung. Zum Beispiel hat die Provinz Zambézia keine Transportmöglichkeiten, um Patienten mit COVID-19 -Verdacht zu evakuieren. Sie müssen auf Krankenwagen warten, die hoffentlich aus der über tausend Kilometer entfernten Hauptstadt geschickt werden.

Menschen mit Behinderungen in Gefahr

Unter Einhaltung der nötigen Vorsichtsmaßnehmen (z.B. Sicherheitsabstand) gehen die Reha-HelferInnen von LICHT FÜR DIE WELT von Haus zu Haus und besuchen Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Regionen. Dort informieren sie über die Corona-Pandemie und die umfassenden Präventionsmaßnahmen, die etwa für Menschen mit Krücken oder Rollstühlen wichtig sind. Diese müssen zum Beispiel wissen, wie ihre mobilen Hilfsmittel gereinigt werden oder welche Gesundheitsdienste sie in Anspruch nehmen können. „Wir versuchen Lücken zu schließen. In Mosambik wissen Menschen mit Behinderungen kaum, wie sie eine Infektion verhindern können.“, meint der Landesdirektor von LICHT FÜR DIE WELT, Zacarias Zicai. „LICHT FÜR DIE WELT unterstützt die lokalen Behörden dabei, diese wichtigen Informationen möglichst allen Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen und anzupassen. Denn sie sind es, die am anfälligsten und am stärksten von einer Ansteckung betroffen sind “.

Versorgung mit Nahrungsmitteln und Hygienematerial

„Wir wollen Menschen mit Behinderungen und ihre Familien mit Lebensmitteln und Hygienematerialien zur Prävention unterstützen. Darüber hinaus werden wir allen unseren Sozialhelfern, die in der Behinderten-Gemeindearbeit für Inklusion arbeiten, Schulungen anbieten, um mehr für Prävention tun zu können und Kontaktpersonen nominieren, die sich verstärkt um Menschen mit Behinderungen kümmern“, sagt Zicai.