Erster Gedenktag der tropischen Krankheiten

Derzeit sind mehr als 1,5 Milliarden Menschen in 149 Ländern der Welt von den so genannten „vernachlässigten tropischen Krankheiten“ (engl. Neglected Tropical Diseases - NTDs) bedroht, das ist jeder fünfte Mensch.
Kinder beim Händewaschen

Diese Krankheiten werden seit der 2012 vereinbarten London Deklaration weltweit verstärkt bekämpft. Das Ziel ist die Ausrottung dieser Krankheiten. Zu ihnen zählen etwa Lepra, Flussblindheit, Schlafkrankheit Bilharziose, Leishmaniose oder Trachom. Die Ursachen sind meist Bakterien, Würmer und andere Parasiten, die durch Mücken, Fliegen, verunreinigtes Wasser oder durch direkten Kontakt übertragen werden. Besonders leiden unter diesen seltenen tropischen Krankheiten die Menschen im globalen Süden in den ländlichen Regionen, die einen erschwerten Zugang zu Trinkwasser, sanitären Anlagen und medizinischer Versorgung haben. „Diese Krankheiten treffen vor allem Menschen im globalen Süden und besonders in Afrika südlich der Sahara, wo Millionen Menschen die Erblindung droht. Besonders in Nordäthiopien könnten 1,4 Millionen Menschen durch Trachom erblinden. Licht für die Welt hat allein im Jahr 2018 mehr als 16 Millionen Dosen von Medikamenten verteilt“, so der Augenarzt und medizinische Direktor von Licht für die Welt, Dr. Geoffrey Wabulembo. Licht für die Welt unterstützt auch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen und macht regelmäßig Aufklärungskampagnen zu besserer Körperhygiene um die Krankheiten einzudämmen.

Licht für die Welt hat 22.000 Operationen ermöglicht und 16 Millionen Medikamente verteilt

Licht für die Welt kämpft besonders gegen die Augenkrankheit Trachom (Ägyptische Körnerkrankheit) in Äthiopien, die weltweit für drei Prozent der Blindheitsfälle verantwortlich ist. 40 Millionen Menschen leiden heute unter dieser Augenkrankheit. Sie wird durch Chlamydien-Bakterien übertragen und kam früher auch in Österreich vor. Die sehr schmerzhafte Erkrankung des Augenlids zerstört langsam das Auge, weil sie irreparable Schäden an der Hornhaut verursacht. Insgesamt werden die Kosten zur Ausrottung von Trachom auf etwa eine Milliarde US-Dollar geschätzt. In den letzten Jahren konnten mehrere Länder die vollständige Ausrottung der Krankheit vermelden, darunter etwa Nepal, Marokko, Mexiko und Kambodscha. Licht für die Welt hat allein im Jahr 2018 knapp 22.000 Augenlidoperationen durchgeführt und mehr als vier Millionen Medikamente gegen Trachom in der Region Tigray in Nordäthiopien verteilt. Insgesamt waren es 16 Millionen Dosen im Jahr 2018. Durch die Arbeit von Licht für die Welt konnten so die Fälle von Trachom in dieser Region halbiert und die Erblindung von zehntausenden Menschen verhindert werden. Jede siebte Operation an Trachom-befallenen Augen geht auf die Initiative von Licht für die Welt zurück.

Den Kreislauf von Armut und Krankheit durchbrechen

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Licht für die Welt ist die Vermeidung und die Eindämmung der Verbreitung dieser Krankheiten. Dies geschieht vor allem durch Aufklärungskampagnen im Rahmen der sogenannten WASH-Strategie (WAter, Sanitation, Hygiene). Im Mittelpunkt stehen dabei der verbesserte Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen sowie hygienische Maßnahmen zur Körperpflege. „Wir müssen den Kreislauf von Armut und Krankheit durchbrechen und den Zugang zu medizinischer Versorgung verbessern um diese Krankheiten auszurotten“, so Dr. Wabulembo.