Einmal blinzeln und die Augen funkeln

Für Essita Samuel aus Mosambik geht die Sonne wieder auf
Foto: Essita im Kreis ihrer Familie. Credit: Ulrich Eigner

„Oh, wir sind in Buzi!“, ruft die 60-jährige Essita Samuel und sieht sich um. Dabei funkeln ihre warmherzigen Augen. Behutsam greift der Augenarzt nach der zweiten Augenbinde. Essita blinzelt wieder. Dann beginnt sie zu lachen. „Hier war ich schon sehr oft, dieses Dorf kenne ich gut.“ 

Die Freude ist riesig, denn bis zu diesem Moment war Essita eineinhalb Jahre lang blind: Tagein, tagaus saß die Mosambikanerin sorgenvoll und traurig vor ihrer kleinen Hütte in Mosambik. Ihre Schwiegertöchter haben für sie den sandigen Boden gekehrt, gekocht, das Feld bestellt. Auch die beiden Enkel mussten helfen, mussten manchmal sogar von der Schule zu Hause bleiben, um sich um die Oma zu kümmern. Essita fühlte sich als Belastung für alle - schwer lag der Gedanke auf ihr. Dann erfährt ihr Sohn Manuel von einem mobilen Hilfseinsatz und bringt seine Mutter nach Buzi. Eine Reise, die ihr Leben verändert.

Essita erfährt, dass sie Grauen Star hat. Noch am selben Tag tauscht der geübte Arzt ihre trüben Linsen aus. Zuhause angekommen umarmen die beiden 6-jährigen Mädchen die Oma stürmisch, begeistert, dass sie wieder sieht. Und Essita mustert sie genau: „Ihr seid aber groß geworden!“ Überglücklich drückt sie die beiden fest an sich und spürt, wie ihr ein großer Stein vom Herzen fällt.